top of page

An deiner Seite bleibe ich! Gedanken zum 9. Hochzeitstag.

  • Autorenbild: jovankaruoss
    jovankaruoss
  • 15. Aug. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Ich blicke in den Sternenhimmel, ich bin überwältigt von der Weite des Universums, der Schönheit der glitzernden Sterne. 


Ich spüre, wie klein und unbedeutend mein Leben ist. Die Erkenntnis ist befreiend. Ich fühle mich frei und leicht. Ich schaue zu Johannes, der neben mir in die Sterne guckt. Frage mich, welche Gedanken in seinem Kopf grad rumschwirren. Doch ich schweige. Ich möchte diesen Moment nicht durch Worte zerstören. 


Wir sitzen bis Mitternacht draussen, schauen in den sternenklaren Himmel und geniessen schweigend unsere Zweisamkeit. 


In diesen Moment der absoluten Zufriedenheit schleicht sich plötzlich ein wenig Traurigkeit dazu. Mir wird bewusst, dass dieser Moment einzigartig ist, ich ihn nur geniessen aber nicht festhalten kann. Die Nacht geht irgendwann in den Morgen über, das Leuchten der Sterne wird von der Morgensonne überstrahlt werden. Die Gespräche mit Johannes, die Minuten des zufriedenen gemeinsamen Schweigens mit Blick in die Sterne werden zu blassen Erinnerungen. 


Ich mag nicht ins Bett gehen. 


Ich möchte die Zeit dehnen. Ich möchte ein Wurmloch graben, durch das ich immer wieder an diesen Ort zu exakt diesem Zeitpunkt zurückkehren kann. Doch ehe ich mich weiter mit den Möglichkeiten eines Wurmlochs auseinandersetzen kann, ist der Moment vorbei. Zeit schlafen zu gehen. 


Am nächsten Tag sind wir auf eine Hochzeit eingeladen.


Es ist eine wunderschöne Hochzeit vor einer so perfekten Bergkulisse, dass es kitschig ist. Strahlend blauer Himmel, ein strahlendes Hochzeitspaar, Gäste, die von der Schönheit der Natur verzückt sind. Es ist die perfekte Hochzeit. Wir hatten keine so perfekte Hochzeit.


Es regnete und war kalt.


Doch das spielt keine Rolle. In meiner Erinnerung war unsere Hochzeit perfekt. Ich denke gerne zurück. Erinnere mich daran, wie schön es war, nach zwei Kindern wieder einmal gemeinsam als Paar im Mittelpunkt zu stehen. Erinnere mich an die Trauung und das Trauversprechen, das ich Johannes gegeben habe.  


Ich verspreche dir, dass ich a dinere Site wird blibe. 

Ich möcht dich i schwierige Situatione unterstützte, dir kritischi Gesprächspartnerin si. Und wenn du’s möchtsch, wird ich dich eifach num fescht hebe, mit dir schwige, mit dir brüele, dir en ruhigi Minute geh.

Ich freu mich, mit dir dur die schöne Ziite im Lebe ztanze. Mit dir lache, mit dir Seich mache und mit dir Freud zha.

Ich versprich dir, dich zrespektiere, dini Sorge und Ängst ernst zneh. 

Ich versprich dir, a dinere Site zblibe. 


Heute vor 9 Jahren habe ich dieses Trauversprechen Johannes vor unseren Freunden und unseren Familien gegeben. Seitdem sind wir viele Stunden gemeinsam durchs Leben getanzt, haben zusammen geschwiegen, gelacht und manchmal auch geweint. Ich bin an Johannes Seite geblieben. Da fühle ich mich wohl. Ich muss nichts. 


Ich kann sein. So wie ich bin. 


Während ich in meinen Gedanken versunken bin, kommt die Trauung zu einem Ende. Die Hochzeitsgesellschaft gratuliert dem frisch angetrauten Ehepaar und wünscht ihm alles Gute. Ich blättere durch das Hochzeitsbüchlein, das das Ehepaar für die Gäste vorbereitet hat und stosse auf diesen Spruch:

„In the vastness of space and the immensity of time, it is my joy to share a planet and an epoch with you.“ Carl Sagan

Ich erinnere mich an die vergangene Nacht unter dem Sternenhimmel und bin dankbar, dass ich in den Weiten des Universums Johannes gefunden habe.


 
 
 

Kommentare


  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Instagram

Klares Denken
Klares Schreiben

+43 (0) 676 783 97 47 

jovanka.ruoss@gmail.com

Impressum     Datenschutz     AGB

© 2026 Klares Denken, klares Schreiben

Kontakt

Fragen Sie drauflos 

Danke für die Nachricht!

bottom of page